Datenschutz: Google Analytics rechtssicher einbinden

Praxis-Tipps, Website Analytics

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Die Nutzung von Google Analytics auf der eigenen Website wird uns in Deutschland nicht gerade leicht gemacht. Denn es gibt hier einige Fallstricke zu beachten, wenn man rechtlich auf der sicheren Seite sein will. Am Ende dieses Artikels werden Sie alle Fallstricke kennen und in der Lage sein Google Analytics auf Ihrer Website rechtlich korrekt einzubinden.

Schritt 1: Anmeldung bei Google

Wenn Sie schon einen Google-Account haben, dann können Sie direkt mit Schritt 2 weitermachen. Ansonsten erstellen Sie sich als erstes ein Konto bei Google. Sie benötigen hierfür Ihre E-Mail-Adresse.

Danach hinterlegen Sie die eigene Website bei Google Analytics, was Google ein "Konto zum Analytics-Konto hinzufügen" nennt. Ein Konto zum Konto, naja, klingt irgendwie verwirrend, ist aber einfach. Hierfür benötigen Sie jedenfalls die URL zu Ihrer Website.

Schritt 2: Tracking-Code für Ihre Website generieren

Loggen Sie sich bei Google Analytics ein. Fügen Sie Ihre Website hinzu (siehe Schritt 1) und generieren Sie sich den zugehörigen Tracking-Code. Wichtig ist, dass Sie die IP-Adressen Ihrer Website Besucher anonymisiert sammeln. Dafür fügen Sie Ihrem Tracking-Code folgende, grün markierte Zeile hinzu:

ga('create', 'UA-XXXXXX-X', 'auto');
ga('set', 'anonymizeIp', true);
ga('send', 'pageview');

Das bewirkt, dass die IP-Adressen Ihrer Website-Besucher um die letzten drei Stellen gekürzt werden. So wird die eindeutige Zuordnung zu einer Einzelperson verhindert, was in Deutschland verboten ist. Für aussagekräftige Ergebisse in Google Analytics reicht es dennoch aus.

Schritt 3: Vertrag mit Google

Die Daten, die auf Ihrer Website gesammelt werden, werden zu Google Inc. in die USA übermittelt, werden also von einer Firma außerhalb Deutschlands gesammelt. Was wenige wisssen: Hierfür muss in Deutschland ein Vertrag zwischen Ihnen und Google geschlossen werden. Google bietet einen 19-seitigen Vordruck dieses Vertrags zur "Auftragsdatenverarbeitung" zum Download an.

Sie müssen den Vertrag zwei Mal ausdrucken, ausfüllen sowie an zwei Stellen unterschreiben (auf Seite 2 und Seite 15). Die Vertragsnummer, die Sie auf der ersten Seite eintragen können, finden Sie bei Google Analytics unter "Verwalten" und dann "Kontoeinstellungen". Dann tüten Sie die Verträge ein und schicken ihn an Google nach Irland. Wochen später (bei mir waren es drei Monate!) bekommen Sie dann einen Vertrag unterschrieben zurück.

Jetzt sind Sie auf der sicheren Seite! Erst nachdem Ihnen dieser Vertrag unterschrieben vorliegt, dürfen Sie den Tracking-Code einbauen, also mit dem Sammeln der Daten beginnen.

Schritt 4: Impressum ergänzen

Um Google Analytics rechtlich korrekt zu nutzen, erweitern Sie als nächstes Ihr Impressum. Der Nutzer muss dort darüber informiert werden, dass Sie Google Analytics einsetzen. Außerdem muss der Nutzer die Möglichkeit haben, die Sammlung seiner Daten abzuschalten.

Sie dürfen gerne auf den Text in meinem Impressum zurückgreifen, wenn Sie möchten. Ich gehe davon aus, dass er rechtlich korrekt ist, aber ich gebe hier keine Garantie, denn ich bin kein Anwalt. Alternativ können Sie sich ein passendes Impressum auf der Website e-recht24 generieren lassen.

Opt-out

Die Möglichkeit des Opt-out, also dem Abschalten der Datensammlung, sollte nicht nur per Browser-Plugin angeboten werden. Das liegt daran, dass so ein Plugin nur auf einem Rechner funktioniert, auf Tablet oder Handy kann es nicht installiert werden. Deshalb muss das Opt-out auch als Link angeboten werden, das funktioniert auf jedem Gerät.

Für Wordpress gibt es ein Opt-out-Plugin, womit ein Opt-out-Link einfach per Shortcode auf jeder Seite platziert werden kann. Bei Contao muss man leider selbst Hand anlegen. Es gibt aber eine gute Anleitung mit der das Integrieren eines Opt-out-Links für Google Analytics in Contao gut erklärt ist.

Schritt 5: Tracking-Code einbinden

Zu guter letzt kann der Tracking-Code endlich auf der Website eingebunden werden. Nachdem das erledigt ist, beginnt Google sofort damit, die Daten Ihrer Website zu tracken. Jetzt können Sie sich beruhigt zurück lehnen, denn Sie haben alle Fallstricke gemeistert und nutzen Google Analytics rechtlich korrekt.

Für das Einbinden des Codes bei Wordpress empfehle ich gern das Plugin Google Analytics by YOAST. Damit ist der Einbau des Codes in fünf Minuten erledigt.

Bei Contao sind die Voraussetzungen schon geschaffen. Sie erstellen unter "Templates" ein neues Template "analytics_google.html5". Dann gehen Sie auf "bearbeiten" (Symbol: kleiner, blauer Kasten ganz rechts) und ergänzen folgende Zeile um Ihren Tracking-Code:

$GoogleAnalyticsId = 'UA-XXXXXXX-X';

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