„Website‑Zustand“ im WordPress-Backend: sinnvoll, aber oft zu streng

Praxis-Tipps • WordPress

Dieser Leitfaden zeigt, welche Hinweise beim „Website‑Zustand“ wirklich zählen

Ich vermute, den meisten ist dieser ominöse „Website‑Zustand“ im WordPress‑Backend schon mal begegnet? Du findest ihn unter „Werkzeuge“, und (gefühlt) meistens steht daneben ein roter Badge, der darauf hinweist, dass einige Punkte Aufmerksamkeit benötigen. Rufst du die entsprechende Seite auf, begrüßt WordPress dich direkt mit „Website‑Zustand: Sollte verbessert werden“ oder gar „Schlecht“. Das klingt nicht gut. Aber: Viele der Probleme sind schnell gelöst oder gar nicht so kritisch.

Was ist der „Website‑Zustand“ und wobei hilft er mir?

Eigentlich ist der „Website‑Zustand“ eine sehr sinnvolle und hilfreiche Funktion, die 2019 mit WordPress 5.2 eingeführt wurde. Die deutsche Bezeichnung ist leider etwas unglücklich, weil nichtssagend, gewählt. Die englische Bezeichnung der gleichen Funktion macht schon viel mehr Sinn: „Site Health Check“. Es geht also um die „Gesundheit“ der Website im Allgemeinen.

Eine WordPress‑Website mit zahlreichen Plugins, installiert auf einem Webserver – das alles zusammen ergibt ein komplexes System, bei dem viele Bereiche aufeinander einwirken, da sie eng miteinander verzahnt sind. Wenn Website‑Betreibende diese Bereiche nicht im Auge behalten, entstehen schnell Probleme, die sich letzten Endes auf Stabilität, Sicherheit und Performance auswirken. Um dieses Risiko zu minimieren, stellt WordPress den „Website‑Zustand“ bereit. Das Tool fasst Informationen aus unterschiedlichen Website‑Bereichen zentral zusammen und unterstützt Website-Administratoren dabei, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen – und rechtzeitig einzugreifen.

WordPress "Website-Zustand" oder "Site Health"
 

Wie sind die Meldungen im „Website‑Zustand“ zu bewerten?

Leider wird der Statuswechsel von „Gut“ zu „Sollte verbessert werden“ sehr schnell vollzogen, und es gibt auch keine feinere Granularität zwischen den beiden. Entsprechend reagiert WordPress hier oft überempfindlich. Der kritischste und letzte Status lautet „Schlecht“. Sinnvoll für die Zukunft wäre, weitere Status‑Stufen einzuführen. Jedenfalls führt kein Weg daran vorbei, die Meldungen einzeln durchzugehen und – mit dem eigenen Setup im Hinterkopf – zu bewerten, ob tatsächlich gehandelt werden muss oder nicht.

Beispiel: Der „Website‑Zustand“ wertet es als Mangel, wenn neben dem eigentlich genutzten, aktiven Theme nicht noch ein weiteres WordPress‑Standard‑Theme installiert ist. Aus meiner Sicht ist das übertrieben.

Trotzdem sind viele Hinweise tatsächlich sehr hilfreich und bieten Website‑Betreibenden eine einfache und schnelle Möglichkeit zu prüfen, ob in manchen Bereichen der Website Handlungsbedarf besteht.

Folgende Meldungen würde ich als eher weniger dringend einstufen oder sie sind simpel zu lösen:

  • Kein Standard‑Theme
    Administratoren halten gelegentlich ein Standard‑Theme zur Fehlersuche bereit, in der Regel ist das jedoch nicht notwendig und erhöht nur die Angriffsfläche – insbesondere, wenn zusätzliche Themes nicht regelmäßig aktualisiert werden.
  • Inaktive Themes/Plugins sollten entfernt werden
    Wenn nur wenige Erweiterungen ungenutzt sind und perspektivisch wieder gebraucht werden, ist das vertretbar; andernfalls empfiehlt sich Aufräumen.
  • Du solltest einen persistenten Objekt‑Cache verwenden
    Viele Hoster bieten diese Funktion in regulären Paketen nicht an.
  • Seiten‑Cache wurde nicht erkannt, aber die Antwortzeit des Servers ist OK
    Solange die Antwortzeiten gut sind, besteht kurzfristig kein Handlungsdruck.
  • Es gibt Plugins, die darauf warten, aktualisiert zu werden
    Admins sollten die ausstehenden Updates zeitnah einspielen.
  • Eine oder mehrere empfohlene Module fehlen
    Häufig fehlt „imagick“. Ist ImageMagick nicht verfügbar, reicht meist „GD“ für die WordPress‑Bildbearbeitungsfunktionen; die Warnung erscheint dennoch.

Bei folgenden Meldungen würde ich empfehlen, tätig zu werden:

  • Deine Website läuft mit einer veralteten Version von PHP […]
    PHP ist quasi das „Betriebssystem“ der Website. WordPress, alle Plugins und auch das Theme basieren darauf. Ist PHP veraltet, leiden Sicherheit, Geschwindigkeit und vor allem Stabilität. Admins sollten das Update beim Hoster anstoßen und die Website anschließend gründlich testen, da einzelne Plugins/Themes mit der neuesten PHP‑Version kollidieren können. Sinnvoll ist es, nach dem Update den WordPress‑Fehler‑Log auszuwerten.
  • Veralteter SQL‑Server
    Die zugrunde liegende MySQL‑Datenbank veraltet ebenfalls mit der Zeit. Updates sind seltener als bei Plugins oder PHP, sollten aber mittel‑ bis langfristig geplant werden, um Performance‑Probleme zu vermeiden und deine Website fit für die Zukunft zu machen. Hierbei musst du im Webhosting eine neue Datenbank in aktueller Version anlegen (z. B. 8.x statt 5.7), die alte exportieren, diese in die neue importieren, die Verbindungsdaten anpassen und am Schluss umfassend testen.
  • Deine Website verwendet kein HTTPS
    HTTPS ist Standard. Ohne Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung sinkt die Sichtbarkeit bei Google, und Browser zeigen Warnhinweise. Du solltest unbedingt die Umstellung inklusive notwendiger Datenbank‑Anpassungen einplanen.

Fazit

Der „Website‑Zustand“ bzw. „Site Health Check“ ist ein nützliches Werkzeug, um potenzielle technische Probleme im Überblick zu behalten. Die Einstufung reagiert zwar oft streng, dennoch lohnt es sich, die Punkte systematisch zu prüfen und priorisiert anzugehen. Die obige Liste unterstützt bei der Einordnung.

Hast du Fragen zu dem Thema oder benötigst Unterstützung vom Profi, so sprich mich gerne an: .

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